Unser Dorf vor 100 Jahren

Die 4. Klasse taucht in die Geschichte von Veltheim vor 100 Jahren ein. 

Mit verschiedenen Aktivitäten unter der Leitung von Sarah Müller vom Jurapark Aargau lernen wir das Leben von früher kennen und vergleichen es auch mit heute. 

 

Unterwegs als Dorfdetektive

Am Morgen gingen wir ganz normal in die Schule. Im Klassenzimmer wartete Sahra. Sie stellte uns den Jurapark vor. 

Dann las sie uns eine Geschichte von Frieda vor. Sie konnte uns aber nicht weiterlesen, weil ein Teil weg war. Wir teilten uns in Gruppen auf und gingen in ganz Veltheim suchen. Wir bekamen Karten mit Posten drauf. Ich war mit Elea, Rina und Noelia. 

Als Erstes gingen wir zu der alten Mühle. Dort fanden wir einen Umschlag mit der Geschichte drin. Wir hörten uns eine Geschichte über Frieda an. In der Mühle stellten sie Mehl her. Frieda wohnte auf einem Hof. Ihre Aufgabe war es, jeden Tag Wasser zu holen. In ihrer Familie waren 15 Leute. Ihre Brüder halfen beim Vater und dem Grossvater im Stall bei den Kühen. Die grossen Schwestern halfen in der Küche. Die eine kleine Schwester passte auf die Kleinsten auf. Beim dritten Posten machten wir Pause. Dann gingen wir weiter zum Volg. 

Wir hörten wieder eine Geschichte. Am Morgen gingen Frieda Wasser holen. Dann gab es etwas zu essen. In der Küche hatten sie eine Schüssel Wasser, die sie benutzten, um sich zu waschen, damit sie in der Schule sauber waren. 

Nach fünf Posten gingen wir in die Schule zurück, um unser Mittagessen zu essen. Dann ging es weiter. 

Wir hörten uns die Geschichte an. Der Lehrer von Frieda war streng. Sie musste im Sommer nicht in die Schule, weil sie zuhause arbeiten musste. Wenn sie einkaufen gingen, kauften sie nur das Nötigste. Manchmal konnten sie ein bisschen Luxus leisten und Schokolade kaufen. Butter gab es nur am Sonntag. 

Im Sommer gab es noch Früchte von den Bäumen. Manchmal schlachteten sie die Tiere und sparten es für den Winter auf. Aus dem Blut machten sie Blutwürsten. 

Dann gingen wir zurück ins Klassenzimmer und Sahra las uns die Geschichte zu Ende vor. 

Text: Livi

Meinungen zu diesem Tag waren: 

Elias: Ich fand den Tag sehr cool! 

Lukas: Das war der beste Tag. 

Noelia: Als wir von ihrer Geschichte gehört hatten, waren wir mit unserem Leben einverstanden. Frieda musste sehr viel arbeiten. Sie musste jeden Tag mithelfen. Sie waren 15 Leute in einem Haus. Wenn es viel Schnee hatte, mussten sie nicht in die Schule, aber dafür den ganzen Tag zuhause mithelfen. Sie hatten viel mehr zu tun. Wir müssen nicht so viel machen.


Dorfrundgang

Unser Dorfführer war Thomas Gysel. Er lebt schon seit 40 Jahren in Veltheim und ist ein Vollprofi, was Veltheim betrifft. Sein vielseitiges Wissen ist wirklich beeindruckend. 

Die erste Station war das Schulhaus Nr. 52. Jeder von uns war schon einmal in diesem Haus, aber kaum einer wusste, dass zuerst eine Bank dort gewesen war und die Schule und der Gemeindeschreiber erst später dort ihren Platz fanden. 

 

Beim Spaziergang durch die Pfalz entdeckten wir das älteste Haus und das erste Schulhaus «Stalden». Die Turnhalle war im Untergeschoss dieses Hauses. Ob da viel Platz zum Turnen war?

 

Danach ging es Richtung Bäckerei Richner. Auf dem Weg dorthin zeigte uns Thomas das Haus der ersten Bäckerei von Veltheim. Sie wurde damals von einer Familie Salm geführt. Auf einem alten Foto sahen wir auch, wie das Kirchengemeindehaus früher ausgesehen hatte.

 

Nun stand ein erstes Highlight auf dem Programm: der Besuch in der Bäckerei Richner. Die Familie Richner führte uns durch die ganze Bäckerei. In der Backstube zeigte uns Herr Richner, wie sie früher das Brot in den Backofen schossen und wieder herausholten. Er stellte uns alle Maschinen und ihre Funktionen vor, was sehr interessant war, auch wenn diese Maschinen natürlich nicht hundert Jahre alt sind. So konnten wir uns nämlich vorstellen, wie viel früher noch von Hand gemacht wurde.

Lustig fanden wir die alten Geräte, welche die Familie Richner behalten hat: alte Waagen, alte Kasse, erster Taschenrechner und die Ladentürklingel.

Zum Schluss durften wir noch einiges probieren: frisches Brot aus dem Ofen, ein Stück Halbmond (altes Familienrezept), eine Schokokugel und eine Nougatkugel. Eigentlich hätte das als Znüni gereicht, aber wir bekamen zusätzlich noch ein Weggli und ein Schoggistängeli. Wir wurden also regelrecht verwöhnt! 

Übrigens: Ein Besuch in der Bäckerei lohnt sich im Moment besonders. Ihre Osterhasenkreationen sind wieder einmal gewaltig!

 

Der krönende Abschluss fand auf dem Terrassendach des Hochhauses statt. Vielen Dank an Herrn Aeschlimann, der uns das erlaubte.

Die Aussicht dort oben war gewaltig und fast jeder entdeckte sein Haus. Das war ein einmaliges Erlebnis für uns.

Der ganze Morgen verging wie im Flug und mit den vielen Eindrücken und Geschichten von Thomas wurde es uns nie langweilig.


Klima und Ressourcen

Nachdem uns Sarah Müller den Unterschied zwischen Klima und Wetter erklärt hatte, überlegten wir, welche Ressourcen Frieda vor 100 Jahren kannte (Holz, Petrolampe, Kohle) und was wir heute alles haben (überall Strom, Erdöl, Gas, Treibstoffe für Fahrzeuge).

All die Ressourcen von heute haben eine grosse Wirkung auf unser Klima und sind auch ein Grund für den Klimawandel. 

Sie zeigte uns mit einem Versuch, wie man CO2  nachweisen kann. Denn vor allem das Gleichgewicht zwischen dem CO2 -Ausstoss (durch den Verbrauch von Ressourcen) und der Produktion von Sauerstoff (durch die Pflanzen) ist sehr wichtig.

Auch wir können schon mit einem kleinen Einsatz etwas für die Umwelt tun.

 

 

Nun erhielt jeder Schüler, jede Schülerin eine Challengeaufgabe für einen Tag.

Zur Auswahl stehen: Strom sparen, Wasser sparen, ein Stück Holz von Hand durchsägen, etwas flechten, ein Kleidungsstück flicken.

Aussagen zu den Challenges:

  • Ich finde, dass man einen Tag ohne Strom schaffen kann
  • Ich fand das Flechten einfach.
  • Wasser benutzte ich nur kaltes.
  • Das Abendessen genossen wir bei Kerzenschein.
  • Weil das Flechten so schwierig war, machte ich nur ein kleines Stück.
  • Es war nicht so schwer ohne Fernseher und Handy
  •  Nach diesem Erlebnis erfuhr ich, dass Friedas Tage ohne Strom sehr anstrengend gewesen sein mussten.